Skip to main content

Ist Osmosewasser trinkbar?

Was hat es mit Osmosewasser auf sich und ist Osmosewasser trinkbar? Wenn Du Dir diese Fragen stellst, dann bist Du bei diesem Blogbeitrag genau richtig. Ich beantworte diese Fragen für Dich und werde das Thema von allen Seiten beleuchten, unter anderem mit einem „Selbstversuch“.

 

Was ist Osmosewasser?

Osmosewasser ist neben destilliertem Wasser eine der reinsten Wasserformen, die Du als Verbraucher zu Hause erhalten kannst. Es ist nahezu komplett frei von allen möglichen Verunreinigungen und Schadstoffen.

 

Ist Osmosewasser trinkbar

 

Die Funktionsweise der Umkehrosmose zur Wasseraufbereitung

Bei der Osmose handelt es sich um einen natürlichen Prozess, bei dem Wasser durch eine semipermeable Membran fließt, um einen osmotischen Druck auszugleichen. Die Triebkraft hinter diesem Prozess ist, die Konzentration zwischen einer niedrig- und einer hochkonzentrierten Wasserlösung auszugleichen. Bei der Umkehrosmose wird dieser Prozess umgekehrt, indem durch Druck auf der hochkonzentrierten Seite Wassermoleküle durch die Membran auf die niedrigkonzentrierte Seite gepresst werden. Die Membran lässt nur Wasser durch und filtert alle anderen Stoffe, einschließlich Schadstoffe und Keimen, heraus.

 

Ist Osmosewasser trinkbar?

Ja. Da Osmosewasser frei von Schadstoffen ist, ist es auch trinkbar. Auch geruchsbildende Stoffe sind nicht enthalten, so dass Osmosewasser auch genießbar ist. Es ist absolut geschmacksneutral. Trotzdem wirst Du vielleicht schon mal den Begriff Wasservergiftung gehört haben, den wir uns etwas genauer anschauen müssen.

 

Die Wasservergiftung

Der Begriff Wasservergiftung ist etwas irreführend. Wie kommt das? Bei Erbrechen, Durchfall oder großer körperlicher Anstrengung mit Schwitzen kommt es zu Flüssigkeits- und damit auch Elektrolytverlust im Körper. Wenn Du in einem solchen Fall salzfreies Osmosewasser trinkst, wird der Elektrolytverlust nicht kompensiert. Es kann zu Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit kommen. In schweren Fällen kann es zu Organschäden kommen und selten sogar zum Tod führen. Dies liegt am oben beschriebenen osmotischen Prinzip. Aufgrund des osmotischen Druckausgleichs nehmen die Zellen nehmen das Wasser unkontrolliert auf und können platzen.

 

Wie viel Osmosewasser kannst Du trinken? – Ein Selbstversuch

Keine Panik, bis es zum Platzen der Zellen kommt, müssen erhebliche Mengen von Osmosewasser getrunken werden. Schätzungen sagen, dass ein Mensch mit einer normalen Konstitution 17 Liter Osmosewasser am Stück trinken müsste, bevor es zu ernsteren Folgen kommt. Ich habe mir einmal den Spaß gemacht und ausprobiert, wie viel Trinkwasser ich an einem Stück zu mir nehmen kann. Bei 2,3 Litern hat mein Magen dichtgemacht. Dein Körper hat eine natürliche Sättigungsgrenze, die verhindert, dass Du Dich mit reinem Wasser „vergiftest“.

 

Ist Osmosewasser gesund?

Ob Osmosewasser trinkbar ist, haben wir geklärt. Die weitergehende Frage ist, ob es gesund sein kann, bzw. ob es nicht doch ein paar schädliche Nebenwirkungen gibt. Schauen wir uns die gängigen Mythen und Befürchtungen an.

 

Osmosewasser ist sauer und stört den Säure-Base-Haushalt

Hier brauchst Du keine Befürchtungen zu haben. Osmosewasser ist zwar leicht sauer, aber damit bringst Du den Säure-Base-Haushalt Deines Körpers definitiv nicht aus dem Gleichgewicht. Der Magen-Darm-Trakt ist ohnehin sauer und das Blut, welches leicht alkalisch ist, verfügt über ein hocheffizientes Puffersystem. Daher sind auch die Vorzüge von basischem Wasser nicht so toll, wie sie häufig angepriesen werden.

 

Osmosewasser enthält keine Mineralstoffe

Das stimmt zwar, ist aber auch kein großes Problem. Auch in Leitungswasser sind nicht hochgradig Mineralstoffe enthalten. Den täglichen Bedarf deckst Du üblicherweise über Deine andere Ernährung. Wenn Du Deinen Mineralstoffhaushalt allein über Trinkwasser aus der Leitung decken wolltest, dann müsstest Du über 20 Liter am Tag trinken. Auch die Befürchtung, dass Osmosewasser dem Körper Mineralien entzieht, ist weitestgehend unbegründet bzw. unrealistisch, siehe die Ausführungen zur Wasservergiftung.

 

Osmosewasser kann entschlacken

Ja, das stimmt. Wenn Du im Rahmen einer Kur viel Osmosewasser trinkst, dann können dem Körper Giftstoffe entzogen werden. Es ist allerdings nicht ratsam, über lange Zeiträume sehr große Mengen an Osmosewasser zu trinken. Osmosewasser ist demnach besonders für Menschen geeignet, die beispielsweise Nierenprobleme haben, weil der Stress auf die Nieren verringert wird. Es kann auch hilfreich sein für Menschen mit hohem Blutdruck, da es den Salzgehalt im Körper verringert. Dies kann allerdings auch mit natriumarmen Mineralwasser geleistet werden.

 

Muss Osmosewasser remineralisiert werden, um gesund zu sein?

Aus den bereits genannten Gründen ist eine Remineralisierung von Osmosewasser nicht unbedingt erforderlich, um es gesund, trinkbar oder genießbar zu machen. Osmosewasser ist allerdings sehr geschmacksneutral, böse Zungen wurden auch behaupten, es schmeckt fade. Daher kann es sinnvoll sein, es leicht zu remineralisieren. Hierzu gibt es im Handel entsprechende Tabletten.

 

ist osmosewasser trinkbar

 

Osmosewasser eignet sich zur Herstellung von Babynahrung

Ja, dafür ist es sogar sehr gut geeignet. Selbst wenn Schadstoffe wie Nitrat und Nitrit im Trinkwasser nur in kleinen Mengen vorkommen, sind sie für kleine Säuglinge nicht ungefährlich. Daher ist Osmosewasser eine sehr gute Basis zur Zubereitung von Babynahrung.

 

Vorteile von Osmosewasser

Die Vorteile des aufbereiteten Wassers beziehen sich nicht so sehr darauf, ob Osmosewasser trinkbar ist oder ob Osmosewasser gesund ist. Auf einen Nenner gebracht, lässt sich sagen, dass Osmosewasser trinkbar ist und dass es nicht ungesund ist. Die Vorteile liegen woanders:

  1. Kalkfreiheit: Es kommt zu keinen Verkalkungen in Haushaltsgeräten und auf Armaturen. Auch der Geschmack von Kaffee und Tee verbessert sich durch den fehlenden Kalk.
  2. Keine Schadstoffe: Verkeimungen und Schadstoffe sind quasi ausgeschlossen.
  3. Kein Kistenschleppen: Wenn Du bisher auf Mineralwasser als Trinkwasser gesetzt hast, entfällt das Kistenschleppen für Dich. Außerdem entfallen die Kosten für das teure Mineralwasser.

Nachteile von Osmosewasser sind die Filterwechsel beim Betrieb der Osmoseanlage und die Abwassermengen, die aber beispielsweise zum Blumengießen und für die Toilettenspülung genutzt werden können.

 

Osmosewasser: Trinkbar, genießbar und nicht ungesund

Zur Eignung von Osmosewasser als Trinkwasser gibt es drei Kernfragen zu beantworten.

  • Ist Osmosewasser trinkbar? Ja, weil es frei von jeglichen Schadstoffen und Bakterien ist.
  • Ist Osmosewasser genießbar? Ja, weil es geschmacksneutral ist.
  • Ist Osmosewasser gesund? Weder ja noch nein. Es ist nicht ungesund, kann sogar zur Entschlackung herangezogen werden und ist eine gute Basis für Babynahrung. Aber um es als gesund zu bezeichnen, müssten wohl noch ein paar Nährstoffe hinzugefügt werden. Als gesund könnte es lediglich allein deshalb bezeichnet werden, weil der menschliche Körper Wasserverluste (Ausscheidungen, Atmen, Schwitzen) durch Trinken ausgleichen muss. Das gilt aber auch für andere Wassersorten.


Ähnliche Beiträge