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Der Wasserwirbler – viel Wirbel um nichts?

Mit einem Wasserwirbler, so heißt es, kann die Qualität des Leitungswassers verbessert werden. Gleichzeitig soll es der Körper so besser aufnehmen können. Allgemein ist Trinken für den Menschen, der zu rund drei Vierteln aus Wasser besteht, lebensnotwendig. Denn nur wer seinen Körper mit genügend Flüssigkeit versorgt, hält alle lebenswichtigen Funktionen aufrecht. Viele Menschen trinken dafür am liebsten Leitungswasser. Aber muss es auch mit einem Wasserwirbler aufbereitet werden? Das klären wir für Dich in diesem Beitrag.

 

Warum werden Wasserwirbler vermarktet?

Befürworter von Wasserwirblern verweisen darauf, dass nicht nur eine hohe Reinheit und eine passende Nährstoffzusammensetzung für die Qualität von Trinkwasser wichtig sind, sondern angeblich auch die physikalische Struktur. In natürlichen Gewässern ist Wasser immer in Bewegung, es fließt und wirbelt. Durch die Aufbereitung in den Wasserwirtschaftsämtern, das Fließen innerhalb von engen Wasserleitungen und längeres Stehen sollen „natürliche Strukturen“ zerstört werden. Das Wasser kann damit angeblich schlechter von den einzelnen Zellen im menschlichen Körper aufgenommen werden. Dagegen soll der Wasserwirbler helfen, der entweder am Wasserhahn montiert wird oder als externes Gerät verfügbar ist. Er ahmt die natürliche Fließbewegung in einem Gebirgsbach nach und soll so das Wasser wieder in seine ursprüngliche, natürliche Form zurückführen. Du merkst schon am meinem Schreibstil und an der Häufung von Wörtern wie „soll“ und „angeblich“, dass hier Zweifel angebracht sind. Aber schauen wir uns zunächst die Gerätschaften etwas genauer an.

 

Wasserwirbler

Was ist ein Wasserwirbler?

Ein Wasserwirbler ist ein kleines Gerät oder ein Aufsatz für den Hahn aus Edelstahl. In dessen Inneren ist eine kegelförmige Wirbelkammer, durch die das Wasser strömt. Durch den Aufbau wird eine schnelle Drehung erzeugt. Diese Wirbel und Gegenwirbel lockern die angebliche Wasserstruktur auf, brechen die Bindungen zwischen den Wassermolekülen auf und verkleinern die Strukturen. Dadurch soll dem Wasser eine belebtere Eigenschaft zuteil werden. Am Ende der Wirbelkammer tritt das vitalisierte Wasser ganz ohne Druck aus dem Hahn heraus.

 

Modelle für Flaschen

Für einfache Glaskaraffen gibt es sogenannte Handwirbler. Diese gehen zurück auf Viktor Schauberger, dazu später noch etwas mehr. Die einfachen Handwirbler erinnern an einen Küchenquirl. Damit wird das Wasser einfach in der Flasche verwirbelt und die Struktur entsprechend verändert. Es gibt aber auch kleine, spiralförmige Rohrstücke, mit einem Gewindeanschluss an jeder Seite. Daran werden nun zwei Wasserflaschen, eine gefüllt und eine leer, festgeschraubt. Nun wird das Wasser der einen Flasche in die andere umgefüllt. Durch die besondere Form des Rohrstücks wird das Wasser automatisch verwirbelt und angeblich in seine ursprüngliche, energetische Form zurückversetzt.

 

Exkurs: Wasserwirbler nach Schauberger

Viktor Schauberger war ein österreichischer Erfinder, Naturphilosoph und Parawissenschaftler, der zwischen 1885 bis 1958 lebte. Auf ihn geht die These von der Gesetzmäßigkeit der Wasserbewegung zurück. Darin vertritt er die Behauptung, dass in der Natur zwei Bewegungsarten vorkommen. Die Zentrifugalkraft, um etwas abzubauen und die Zentripetalkraft, um etwas aufzubauen.

Die zentrifugalen Kräfte richten sich von innen nach außen. Sie beschreiben eine destruktive, negative Energieform. Die Zentripetalkraft ist von außen nach innen gerichtet. Damit gelten sie als positive Energieform.

Diese Beobachtung verhalf Viktor Schauberger, die natürliche Bewegung des Wassers zu erkennen: Das Wasser bewegt sich spiralförmig von außen nach innen. Durch den menschlichen Einfluss wirken aber Kräfte von innen nach außen auf das Wasser.

Statt der Zentripetalkraft wirkt die Zentrifugalkraft: Die Beschaffenheit des Wassers verändert sich. Daraufhin entwickelte Schauberger die Wasserwirbler, in dessen Mitte ein zentripetaler Wasserwirbel entstand, mit einer dichteren Oberflächenspannung und einer höheren Wasserqualität.

Der Wasserverwirbler für den Wasserhahn

Wasserwirbler für den Wasserhahn sind nicht nur für die Küchenarmatur erhältlich – auch für die Badewannenarmatur gibt es sie inzwischen. Hierzu wird der Verwirbler direkt an den Wasserauslass des Hahns geschraubt. Im Inneren des Bauteils soll eine kleine Spirale einen natürlichen Bachlauf imitieren. Das Wasser gelangt so wieder in seine Ursprungsform zurück.

Kombinierte Wasserwirbler

Da Wasser Meinung der Befürworter von Wasserwirblern auch durch anderes energetisiertes Wasser wiederbelebt werden kann, enthalten viele Gerätschaften Phiolen, die mit solchem energetisiertem Wasser befüllt sind. Dieses soll beim Vorbeiströmen des Leitungswassers seine Energie an das „tote“ Wasser übertragen. Das dass energetisierte Wasser dafür die die ganze Zeit unbewegt rumsteht und eigentlich selbst „tot“ sein müsste, wird geflissentlich ausgeblendet.

In anderen Fällen sind auch Mineralien, ebenfalls in Glasphiolen, in die Verwirbler eingebaut. Mineralien speichern, so die Vertreter der Heilsteinkunde, die natürliche Ordnung und können diese ebenfalls an das vorbeilaufende Wasser abgeben und dieses positiv verändern. Dass die Mineralien wie Rosenquarz oder Bergkristall nach der reinen Heilslehre regelmäßig an der Sonne „aufgeladen“ werden sollten, und auch ab und an vollständig entladen werden müssen, ignorieren in diesem Fall nicht nur die Hersteller.

Wasserwirbler-Theorien: Nichts davon ist belegt

Zu den ganzen Wasserwirbler-Theorien lässt sich im Prinzip nur sagen, dass nichts davon wissenschaftlich belegt ist. Wer von Strukturen im Wasser redet, hat die Physik von Wasser nicht verstanden. Es gibt tatsächlich sehr starke Bindungskräfte zwischen den Wassermolekülen, die sogenannten Wasserstoffbrückenbindungen. Diese führen aber nicht zu Strukturen im eigentlichen Sinn (sonst würden wir von Eis reden), sondern nur zu einem starken Zusammenhalt der Flüssigkeit. Und das gilt sowohl für fließendes als auch für stehendes Wasser.

 

Was ist dran an der Wasserbelebung durch Wasserwirbler?

Das Thema Wasserbelebung durch Wasserwirbler spaltet. Während manche Leute fest darauf schwören, ist es für andere nichts weiter als blanker Unsinn und das Gerede von Esoterikern. Im Grunde genommen sollte sich hier jeder selbst seine Meinung bilden. Denn wie heißt es so schön: Versuch macht klug. Viele Leute sprechen dem vitalisierten Wasser einen besseren Geschmack zu als unverwirbeltem Leitungswasser. Das ist Glaubenssache. Wer Geld für seinen Glauben ausgeben möchte, darf das tun. Belegbare Fakten für die angebliche Wirkung von Wasserwirblern gibt es nicht.



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