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Wasserionisierer – was ist das und funktioniert das?

Basisches Wasser oder ionisiertes Wasser, hergestellt mit einem Wasserionisierer, ist derzeit in aller Munde. Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter und ist das wirklich sinnvoll, oder nur wieder irgendein Hokuspokus von findigen Leuten, die anderen das Geld aus der Tasche ziehen wollen?

 

Was ist ein Wasserionisierer?

Hierbei handelt es sich um kleine Geräte, die das angeblich saure Grundwasser in den basischen Bereich überführen können. Das so ionisierte und nunmehr basische Wasser soll für die Gesundheit und den menschlichen Körper bekömmlicher sein.

Allgemein hat basisches Wasser, wegen seiner Mineralienzusammensetzung, einen pH-Wert über 7,0. Herkömmliches Leitungswasser liegt bei einem Wert 7,0 bis 8,5 – also im gering alkalischen beziehungsweise neutralen Bereich.

Die Hersteller der Wasserionisierer versprechen Dir, dass Du mit den kleinen Geräten die natürliche Mineralienzusammensetzung des Wassers austauschen kannst – und das über einen Ionenaustausch. Damit soll das Wasser basisch werden.

Doch, hinsichtlich der pH-Wert-Gruppen kann normales Trinkwasser nicht als übermäßig sauer bezeichnet werden. Denn die Eingruppierung der pH-Werte sieht folgendermaßen aus:

  • Ein pH-Wert von Wasser zwischen 0 bis 4 gilt als stark sauer.
  • Ein pH-Wert von 4 bis 6,5 bedeutet leicht sauer.
  • Bei einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 ist das Wasser neutral.
  • Ab 7,5 bis 9 ist das Wasser basisch.

 

Wasserionisierer

 

Wie funktioniert ein Wasserionisierer?

Wie genau ein Wasserionisierer funktioniert, ist ein Geheimnis der Hersteller. Prinzipiell setzen die Hersteller auf den galvanischen Strom, die auf Beobachtung von Luigi Galvani um 1780 zurückgehen. Damit soll es gelingen, saures Wasser und basisches Wasser voneinander zu trennen. Um dies zu erreichen, fließt das Wasser durch spezielle Aktivkohlefilter in den Geräten. Von dort gelangt es in die sogenannte Elektrolysekammer. Diese ist durch eine halbdurchlässige (semipermeable) Membran geteilt. In jeder der kleinen Kammern sind Titan-Elektroden. Dabei sind die Elektroden der einen Seite alle positiv geladen (Anode). Die der anderen Seite sind allesamt negativ (Kathode) geladen. Nur so kann der galvanische Strom fließen. Nun, so die Hersteller, sollen die positiv geladenen basischen Ionen des Wassers in die eine Kammer des Wasserionisierers wandern (reduziertes basisches Trinkwasser) und die negativ geladenen sauren Ionen in die andere (oxidiertes saures Abwasser). Damit soll die Aufspaltung beziehungsweise Umwandlung von saurem in basisches Wasser abgeschlossen sein.

 

Wie sind die Erfahrungen von Wasserionisierern?

Basisches Wasser, das mithilfe eines Wasserionisierers hergestellt worden ist, gilt in vielen Kreisen als Wunderwaffe gegen die Übersäuerung des menschlichen Körpers. Selbst als Mittel zur Verjüngung, quasi als Jungbrunnen, wird es angepriesen. Es ist die optimale Wasserform für den Körper. Doch viele der angepriesenen Eigenschaften und Wirkungen sind, unter Berücksichtigung der chemischen Abläufe und Gesetzmäßigkeiten, nur falsch. Sie können gar nicht funktionieren. Die positiven Ergebnisse sind schlichtweg aus der Luft gegriffen. Auch fehlen bis heute einschlägige wissenschaftliche Studien, die eine positive Wirkung auf die Gesundheit und den Organismus belegen.

 

Sind Ionisierer wirklich sinnvoll?

Wasser ist immer, je nach Region, Gesteinszusammensetzung, Erdboden etc., leicht sauer oder basisch. Direkt nach dem Trinken erreicht es den Magen. In diesem herrscht ein saures Milieu mit einem pH-Wert zwischen 1,0 und 1,5 vor. Wird nun ausschließlich Wasser aus einem Wasserionisierer getrunken, kommt es zu einer Pufferung der Magensäure. Der pH-Wert wird herabgesetzt, doch der Magen benötigt für seine Arbeit den genannten pH-Bereich. Die Folge ist eine Überproduktion von Magensäure. Im menschlichen Organismus schlägt sich das durch Verdauungsprobleme und Sodbrennen nieder. Des Weiteren fehlt es dem Wasser oft an wichtigen Nährstoffen. Diese holt es sich aus den Körperzellen. Sprich: Die Mineralien werden ausgeschwemmt. Mit dem Ergebnis, dass irgendwann Mineralien zugeführt werden müssen.

In Israel beispielsweise sind die Menschen wegen des anhaltenden Wassermangels oft gezwungen, mit Umkehrosmosegeräten Trinkwasser zu gewinnen. Um einem Mineralstoffmangel vorzubeugen, schreibt die Regierung eine Anreicherung des Wassers mit mindestens 50 mg Calciumcarbonat vor.

 

Was ist besser – Wasserionisierer oder Umkehrosmose

Prinzipiell kann kein Gerät als besser oder schlechter bezeichnet werden. Es ist eher die Frage: Sind diese Geräte sinnvoll? Wer glaubt, das reine Trinkwasser aus der Wasserleitung durch besondere Techniken aufbereiten zu müssen, der kann das gerne tun. Wissenschaftliche Beweise dafür gibt es nicht. Eine Umkehrosmoseanlage ist lediglich bei stark verrosteten und alten Wasserleitungen sinnvoll. Denn die darin verbauten Aktivkohlefilter können die Rostpartikel erfolgreich herausfiltern. Bewiesen ist bei der Osmoseanlage, bedingt durch die verbauten Aktivkohlefilter, auch noch der Rückhalt und die Filterung von im Wasser befindlichen Stoffen wie:

  • Chlor und Chlorabbauprodukte
  • Nitrat und Nitrit
  • Schwermetalle
  • Pestizide und polare Pestizide
  • Bakterien
  • Mikroorganismen
  • Asbestfasern

Demnach, unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Aspekte, sind Umkehrosmoseanlagen sinnvoller als Wasserionisierer.

 

Welcher Ionisierer für Wasser ist der Beste?

Natürlich kann niemandem der Kauf eines Wasserionisierers verwehrt werden. Jeder darf selbst entscheiden, ob für ihn ein solches Gerät infrage kommt oder nicht. Daher werden die diversen Geräte auf dem Markt auch immer wieder neuen Tests unterzogen, um den besten Ionisierer herauszufinden. Entscheidend für einen guten Wasserionisator sind der Zeitraum, den das Gerät zum Ionisieren des Wassers benötigt, und die Konzentration, die dadurch möglich ist. Besonders gute Modelle benötigen nur 3 Minuten für einen Vorgang zum Ionisieren des Wassers. Zudem solltest Du mit ihnen ein Wasser mit einem Leitwert von mindesten 1.400 ppm (Anzahl der gelösten Teilchen im Wasser) herstellen können.

 

 

Kaufkriterien für einen Wasserionisierer

Möchtest Du Dir gerne einen Wasserionisierer zulegen, solltest Du einige Dinge beim Kauf beachten:

  • Fassungsvermögen: Für einen 2-Personen-Haushalt reicht meist ein Gerät mit einem Fassungsvermögen von 1,5 Liter. Es gibt aber auch Wasserionisierer, die 2 bis 3,5 Liter Wasser fassen.
  • Die Elektrolyse sollte nicht länger als 3 Minuten Zeit in Anspruch nehmen.
  • Einstellbare Wasserstoffkonzentration
  • Einstellbarer pH-Wert.

 

Abschließendes zum Thema Wasserionisierer

Die Hersteller teurer Wasserionisierer lassen die Verbraucher über die wirkliche Wirkweise der Geräte im Dunkeln. Zudem werben sie auch mit zweifelhaften Kaufargumenten, die ganz einfach mit naturwissenschaftlichen Gesetzen widerlegt werden können. Fakt ist, dass zu viel ionisiertes Wasser für den Körper schädlich ist und eine Übersäuerung begünstigt (Pufferung). Allgemein sollte Dir bewusst sein, dass der menschliche Organismus ein komplexes System ist, der einen ausgeklügelten Säure-Basen-Haushalt besitzt. Diesen kannst Du nicht einfach, wie einen Lichtschalter, an- und ausknipsen. Schon gar nicht beeinflussen kannst Du ihn durch das Trinken von speziellem Wasser. Dies gelingt nur durch eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Geht es Dir hingegen um das Herausfiltern möglicher Schadstoffe aus dem Wasser, dann kannst Du auf eine Umkehrosmoseanlage zurückgreifen.


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